von 1886 » 17.12.2011 18:00
Die Fifa macht ernst! Sie droht den SFV zu suspendieren, wenn der Fall Sion nicht bis 13. Januar 2012 gelöst ist.
Sie kennen das sicher. Der Punkt Varia an Generalversammlungen. Am Fifa-Kongress in Tokio standen drei Pünktchen für dieses für Probleme jedwelcher Art offene Traktandum. In Tokio war dies unter anderem der Fall Sion, welcher der Fifa schwer auf den Magen schlägt.
Jedenfalls gabs für die Spitzenfunktionäre im Schweizer Fussball dicke Post. Der Fall Sion sei bis 13. Januar zu lösen – ansonsten der SFV suspendiert wird. Das würde bedeuten: Kein Länderspiel der Schweiz gegen Argentinien am 29. Februar. Kein Champions-League-Achtelfinal des FC Basel gegen Bayern München am 22. Februar.
Der SFV hat umgehend reagiert. Zu dieser Stunde vereinen sich im Haus des Fussballs in Muri BE die wichtigsten Funktionäre zu einer Krisensitzung. Also SFV-Präsident Peter Gilliéron, Generalsekretär Alex Miescher, Liga-Präsident Heini Schifferle und der neue Liga-CEO Claudius Schäfer. Zudem hat man den designierten FCB-Präsidenten Bernhard Heusler als möglichen Direktbetroffenen beigezogen.
Die Fifa hat ihre Forderungen in einem sechsseitigen Brief an den SFV zusammengefasst. Klar ist schon jetzt: Sie verlangt Unmögliches. Die betroffenen sechs Neuverpflichtungen des FC Sion um Glarner, Mutsch, Feindouno und Co. sind schon einerseits schon gesperrt. Mehr als das, kann die Liga nicht tun. Und Forfaits aussprechen kann niemand in Verband und Liga, weil in dieser Sache schon ein Verfahren läuft: Nach der Weigerung der Disziplinarkommission, die beanstandeten Spiele 0:3 zu werten, liegt dieser Ball beim Rekursgericht der Swiss Football League.
Deshalb scheint klar: Der SFV wird versuchen müssen auf Zeit zu spielen. Und ganz bestimmt gegen die angedrohte Sanktion alle Rechtsmittel ausschöpfen.
HIER DER WORTLAUT DER FIFA-FORDERUNG
Nach den jüngsten Entwicklungen im Fall FC Sion/Olympique des Alpes SA (OLA) und insbesondere angesichts des Urteils des Sportschiedsgerichts vom 15. Dezember 2011 beschloss das Exekutivkomitee, dem Schweizerischen Fussballverband (SFV) eine letzte Frist zu gewähren. Der SFV muss bis 13. Januar 2012 das Registrierungsverbot durchsetzen, das von der FIFA-Kammer zur Beilegung von Streitigkeiten gegen OLA verhängt und vom Schweizerischen Bundesgericht bestätigt wurde, und das Vorgehen des Vereins sanktionieren, der wiederholt versucht hat, diesen Entscheid rechtsmissbräuchlich zu umgehen. Alle Spiele, in denen die betreffenden Spieler eingesetzt wurden, müssen folglich mit einer Forfait-Niederlage gewertet werden, das heisst, es werden gegebenenfalls drei Punkte abgezogen. Sollte der SFV diese Frist nicht einhalten, wird er am 14. Januar 2012 bis auf Weiteres automatisch suspendiert.