von 1886 » 20.12.2011 14:30
Constantins Zeit ist abgelaufen
Die Fifa will nicht diskutieren. Dem Verband läuft die Zeit davon. Und CC klagt schon wieder
Die Zeit verstreicht. Unerbittlich. Die CC-Bombe tickt. Nur noch 24 Tage bleiben dem SFV. 24 Tage, um die unendliche Sion-Geschichte zu beenden, um Christian Constantins Klub zu bestrafen. Das fordert die Fifa in ihrem 6-seitigen Schreiben vom Samstag. Unter der Drohung, die Schweiz aus der Fussballfamilie auszuschliessen. Der Champions-League-Achtelfinal von Basel gegen Bayern: akut in Gefahr. Das Freundschaftsspiel der Nati gegen Messi & Co: genauso.
Verbandsboss Peter GilliéÂron sagt: «Die Situation ist ernst. Wir begegnen ihr mit vollster Aufmerksamkeit.» Der Druck auf ihn und den Verband ist gigantisch. In weniger als einem Monat müssen sie einen Fall abschliessen, der sie seit fast vier Jahren beschäftigt. Seit der Verpflichtung des ägyptischen Goalies Essam El- Hadary am 22. Februar 2008.
SFV-Chefjurist Robert Breiter verspricht: «Wir arbeiten alle mit Hochdruck auf eine Lösung hin.» Paragraphen wälzen statt Festtage geniessen. Breiter: «Ich habe meinen Mitarbeitern schon vor dem Ultimatum gesagt, dass es in diesen Ferien nichts wird mit Skifahren.»
Treffen vor Weihnachten
Am Samstag, um 4.56 Uhr, kommt das Mail mit der Hiobsbotschaft. Um 7.00 Uhr schliessen sich die Verantwortlichen kurz. Kurz nach 8.00 Uhr trifft man sich in Muri. Krisensitzung. Am Mittag Pressekonferenz. Fortsetzung der Krisensitzung danach. Plötzlich sputen sich die Funktionäre.
Am Sonntag geht ein Gesuch für ein Gespräch an die Fifa raus. Der Verband hat Klärungsbedarf. Was genau will die Fifa? Wie soll man ihre Forderung umsetzen? Soll man Schweizer Gerichtsurteile missachten? Marco von Ah, SFV-Mediensprecher: «Das Treffen soll noch vor Weihnachten stattfinden.» Gegen Ende Woche kriegt der SFV eine Audienz bei der Fifa. Noch vor dem Jahreswechsel möchte man das Problem aus der Welt geschafft haben.
Die Bombe tickt und tickt
Doch von der Fifa gibt es keine Weihnachtsgeschenke: Der SFV wird zwar angehört, aber Diskussionsspielraum gibt es nicht mehr. Für den Weltfussballverband ist die Forderung klar: CC muss büssen. Forfait oder Punktabzug für alle Spiele, in denen die Neuzugänge um Feindouno zum Zug kamen. Derweil bereitet der Walliser Klubboss schon die nächste Klage vor. Wegen Nötigung. Schon in den nächsten Tagen.
Selbst wenn der SFV Sion die Punkte also abzieht, ist die CC-Bombe noch lange nicht entschärft. Tick, tack. Tick, tack. Tick, tack.
Forderung – Die Fifa gibt dem SFV 2 Möglichkeiten, Sion zu bestrafen: Entweder man wertet alle Partien, in denen die 6 Neuzugänge eingesetzt wurden, forfait. Oder man zieht ihnen für diese Spiele 3 Punkte pro Begegnung ab.
Da sie insgesamt in 10 Spielen zum Zug kamen, geht es um einen Abzug von 30 Punkten. Der Vorteil dieser Lösung: Es ist nur Sion von der Massnahme betroffen. Die Walliser wären mit 1 Punkt Tabellenletzter.
Die Forfait-Lösung würde die Tabelle komplett über den Haufen werfen. Wer gegen Sion verloren oder unentschieden gespielt hat, erhält Punkte. Sieger gehen leer aus. Deshalb tendiert der Verband auf die Lösung Punktabzug