von Altachfan » 09.08.2010 23:22
Nachgetreten in der RLW
Zwei Derbys in Salzburg, Eigentore und „falsche Schiedsrichter“ in Höchst und ein Spitzenspiel in Wattens das vieles schuldig blieb - in der rlw.at-Kolumne "Nachgetreten" blicken wir auf das vergangene Wochenende zurück.
Nachgetreten in Salzburg
Ein Derby birgt immer viel Brisanz, vor allem dann, wenn der neugegründete Traditionsklub auf seinen „Nachfolger“ trifft. Aufsteiger Austria Salzburg empfing vor 1800 (!) Zuschauern die RB Juniors. Das Stadion platze aus allen Nähten. Wenn dann noch der „kleine“ gegen den „großen Bruder“ gewinnt, ist das wohl mehr als eine Genugtuung für die „Violetten“. Vier Jahre lang kämpften sich die Austrianer erfolgreich durch die Salzburger Fußball-Provinzen. Viermal gelang souverän der Aufstieg. Nun sind sie endlich wieder da, wo sie hin wollen. Zumindest fast. In der Regionalliga ist das Niveau höher, man bekommt bessere Spieler und mehr Beachtung von der Öffentlichkeit. Die Fans kommen in Strömen. Der 2:1-Sieg gegen die „Jungbullen“ war „ein Sieg des Fußballs gegen den Kommerz“, wie es Austria-Coach Didi Emich schön formulierte. Auch wenn der Erfolg etwas glücklich war, da die Bullen schlicht und ergreifend besser waren, fragt in zwei Wochen niemand mehr danach. Sehr wohl wird aber noch lange darüber gesprochen, dass die „Kleinen“ die „Großen“ geschlagen haben.
Nachgetreten in Höchst
Fußball ist manchmal kurios, auch wenn die Paarung auf den ersten Blick nicht nach Aufregung schreit. Oft sind es Dinge, die man gar nicht beeinflussen kann. Wie zum Beispiel ein Stau, der die Schiedsrichter daran hindert auf den Fußballplatz zu gelangen. So geschehen in Höchst, wo man eine Stunde vergeblich auf den Anpfiff der Partie gegen Kufstein wartete. Irgendwann, als die Salzburger Schiedsrichter immer noch nicht in Sichtweite waren, kam man auf Seiten der Höchster auf eine glorreiche Idee: Eigentlich könnte man einen einheimischen Schiedsrichter nehmen. Da mit Markus Böckle noch dazu ein ganz guter Mann ein Vorspiel pfiff und im Publikum zwei Linienrichter waren, wurde diese Idee, mit Einverständnis der Gäste, in die Tat umgesetzt. Herr Böckle machte seine Arbeit dann brilliant, es waren eher die Höchster die mit dem „Schwarzen Mann“ haderten, weil er, ihrer Meinung nach, viel zu lange nachspielen ließ. Dass dann ausgerechnet das dritte (!) Eigentor des Spiels (Kögls Schuss wurde abgefälscht) fallen sollte, konnte Herr Böckle natürlich nicht ahnen. Die Kufsteiner fuhren glücklich mit drei Punkten im Gepäck nach Hause, während der Aufsteiger aus Höchst zum zweiten Mal leer ausging.
Nachgetreten in Wattens
Das Spitzenspiel der Runde wurde in Wattens ausgetragen. Und wieder war Bregenz das Team das zu einem Titelanwärter musste. Und wieder war es Bregenz, das alle überraschte und mit erfrischendem Fußball für Furore sorgte. Doch dieses Mal, anders als beim Remis in Anif, konnte die Schneider-Elf drei Punkte mit ins Ländle nehmen. Nicht nur aufgrund des eher bescheidenen Auftritts der Wattener. Mit einer sehr jungen Mannschaft (der Älteste war der Tormann mit 29 Jahren) zwangen die Bodenseestädter den Gegner in die Knie. „Wenn wir heute vier oder fünf Tore schießen, darf sich auch niemand beschweren“, meinte ein Bregenzer nach dem Spiel, der lieber annonym bleiben möchte. Vor ca. 200 Zuschauern vergaben die Gäste beste Möglichkeiten auf einen Kantersieg. Und Wattens? Die haderten mit dem Schiedsrichter, der völlig zurecht Samwald nach zwei dummen Aktionen nach 26 Minuten vorzeitig unter die Dusche schickte. Alles in allem war der Sieg der Bregenzer mehr als verdient, und macht sie, auch wenn sie es nicht hören wollen, zu einem heissen Titelanwärter.