von 1933Austrianer » 23.01.2007 19:39
Weg mit den "Amateuren" !
In Deutschland ist es längst als Problem qualifiziert und eifrigst wird daran gearbeitet, es wieder aus der Welt zu schaffen. Die Rede ist von den "Amateuer"-Mannschaften, die als Nachwuchsabteilungen der Bundesligisten, so ist es zumindest gedacht, die unteren Ligen der Ligapyramide durch Ihre Spieler bereichern.
Eine grundsätzlich löbliche Idee, die Ihren Ursprung im Zusammenbruch der BNZ hatte, wird nun zur Groteske im österreichischen Fußball. Waren es schon im Vorjahr die Austria Wien-Amateure, die so genannten "Akademiker" aus Hollabrunn, die sich in der Red Zac bewegten, schicken sich nunmehr auch die Amateure der Klessheimer Marketingtruppe an, in die zweithöchste österreichische Spielklasse aufzusteigen.
Ist bei den Wiener Amateuren schon eine vereinseigene Belebung der "Amas" reine Phantasie - immerhin haben die Wiener ein beachtliches Talentereservoir aus besseren Frankie-Tagen - so verhöhnt der Salzburger Vertreter vollends den dahintersteckenden Gedanken.
Welchen Sinn es haben soll, daß eine Amateurmannschaft mit Spielern mit Profiverträgen (jenseits der fünfstelligen Eurogrenze) aufläuft, um es den Armutschkerln aus Grödig, Axams oder Hohenems zu zeigen, bleibt erst zu klären. Fakt ist, daß diese Truppe ("Jungbullen" ist da als Bezeichnung wohl purer Hohn!) mit Nachwuchshoffnungen wie Hütter, Kitzbichler, Orosz, Keil oder Öbster, die allesamt wohl in eine Bundesligamannschaft gehören, die Entwicklung des Fußballs nachhaltig stören.
Solange sie in einer Regionalliga West spielen, haben sie die Gegner naturgemäß mit Leichtigkeit in den Griff. In einem Bewerb, in dem es eben nur einen Aufsteiger gibt, ist für die Mannschaften, die nicht unmittelbar gegen den Abstieg kämpfen, ein langweiliges Schaulaufen, dem jeglicher Wettbewerbscharakter fehlt, unvermeidbar. Gleichzeitig wird einer ganzen Region, die im Idealfall durch den Aufstieg einer Amateurmannschaft in die zweite Liga einen massiven Impuls erfahren würde, ebendieser aufgrund der egoistischen Ambitionen einer alles erdrücken wollenden Marktmacht verwehrt. Warum dies gutes Marketing sein soll, erschließt sich nicht, ist aber bei einer Marktsättigung von über 90% egal... Daß diese Amateure zusätzlich so aufgestellt werden, daß sie im ÖFB-Cup eine gewichtige Rolle mitspielen, setzt dem ganzen grotesken Szenario einfach die Krone auf. Dabei auch noch die sportliche Verzerrung des Bewerbs stillschweigend in Kauf zu nehmen, immerhin kann der Einsatz von rekonvaleszenten Bundesliga-Spielern über den Abstieg entscheiden und somit über Wohl und Wehe eines gesamten Vereins.
Überlegen Sie selbst, was wichtiger für den österreichischen Fußball ist: die Perversion einer Nachwuchsmannschaft im Schatten einer mit Übermacht herrschenden Pseudo-"Klub"-Kreatur, die sich in Ihrem Habitus eben genau so gibt, wie es die Spielzeuge der Oligarchen tun, oder ein regional verwurzelter Verein mit Tradition, der mit ehrlichem Nachwuchs und einer Perspektive nach oben wertvolle Arbeit für Sport und Sozialstruktur in der Region abliefert. Ein Zweitligist aus dem Waldviertel, aus Osttirol oder Oberkärnten ist um ein Vielfaches wertvoller, als eine Pseudoprofimannschaft. Warum dies der ÖFB oder genauer genommen seine Landesverbände und die Bundesliga zulassen, liegt wohl nur an der Schwäche des Bundesligapräsidenten und dem damit verbundenen unterwürfigen Getue und Gedankengut. Wobei sich selbiger wieder durch seine Inkompetenz in Sachen TV-Vertrag auszeichnen wird. Read my lips...
Die Lösung wäre ganz einfach, eine Meisterschaft der Amateurvereine aller Bundesligisten, als Vorspiel zum Bundesligamatch vorgeführt, würde jungen Spielern die Möglichkeit geben, Bundesligaatmosphäre zu schnuppern und gleichzeitig nicht die Spiele auf irgendeinem Trainingsgelände austragen zu müssen. Ein paar Ehren dahinter - darin waren wir doch immer schon super in Österreich - und die Sache flutscht. Und das ganz ohne Bauchfleck vor den Reichen der Liga.
AUSTRIA Salzburg, das ist UNSER Name!!!!
und Violett und Weiß sind UNSERE Farben!!!!