von geronimo 1894 » 31.12.2009 15:03
Das Jahr 2009 war für die Vienna wohl nicht nur wegen dem Jubiläumsjahr zum 115. Bestehen das Beste und wichtigste in den letzten Jahrzehnten. Begonnen haben die Erfolge schon in den ersten Tagen des Jahres, nämlich mit dem glanzvollen Sieg des Wiener Hallencups.
Zum ersten Mal konnten die Döblinger, mit einem 8:1 Sieg gegen den Wiener Sportklub, den traditionsreichen Hallencup aus Wien holen und sich somit den Weg für eine erfolgreiche Frühjahrssaison ebnen.
Präsidenten-Wechsel
Und diese begann sehr erfolgreich, denn nach zahlreichen Siegen konnte man den drei Punkte Rückstand auf Horn nicht nur aufholen, sondern sogar in einen Vorsprung verwandeln. Auch abseits des Rasens gab es gute Nachrichten für die Vienna.
Präsident Wala gab nämlich auf der Generalversammlung bekannt, dass er seinen Platz für Herbert Dvoracek freimacht, da er wegen einer neuen Aufgabe nicht mehr die nötige Zeit aufbringen kann und er Dvoracek als geeigneter für dieses Amt sehe.
Vienna holt Generalmanager
Zwar sollte diese Nachricht alleine noch keine Gute sein, da mit Wala ein Mann abtritt, der es geschafft hat aus einer verschuldeten und chaotischen Vienna einen Schuldenfreien und geordneten Verein zu übergeben. Doch spätestens als Dvoracek mit Peter Schöttel einen Generalmanager nach Döbling holt und diesen auch noch selbst bezahlt, wird aus einer etwas traurigen Nachricht eine Gute.
Nicht nur bei den Mitarbeitern konnte die Vienna Profi-Niveau erlangen, – immerhin war man der einzige Verein in der Ostliga, der einen Generalmanager hatte – sondern auch sportlich. Nach weiteren glanzvollen Siegen schaffte Trainer Peter Stöger den ältesten Fußballklub Österreichs, nach achtjährigem Verweilen in der Ostliga, wieder in eine Profiliga zu führen.
115-jähriges Jubiläum
Neben Hunderten Vienna Fans, die gemeinsam mit der Mannschaft den Aufstieg feierten, freuten sich auch Tausende „neutrale“ Fans. Denn mit der Vienna steigt nicht nur ein absoluter Traditionsverein auf, sondern auch ein Verein, der die Massen ins Stadion locken kann und somit das Interesse an der Ersten Liga erhöht.
Und wie es besser nicht sein könnte, fixierte die Vienna just in diesem Jahr den Meistertitel, wo man das 115-jährige Jubiläum feierte und sich wie bei Rapid einen geeigneten Gegner für ein Jubiläumsspiel holte. Jedoch bemühte man sich nicht um Teams wie Schalke und Liverpool, sondern man lud mit dem Wiener Sportklub den Lieblingsgegner aus Dornbach ein.
Ruhige Transferaktivitäten
Dabei ließ man nicht nur die Kampfmannschaften, sondern auch die U-8 und eine kleine Fan-Delegation gegeneinander antreten. Bis auf das Match zwischen den Jugendspielern, konnte die Vienna alle für sich entscheiden.
Auf dem Transfermarkt tat sich diesen Sommer, im Gegensatz zu anderen Vereinen die den Aufstieg schafften, sehr wenig. Trainer Peter Stöger, der ein Angebot vom Linzer ASK ablehnte und der Vienna die Treue schwur, schenkte der jungen Vienna Mannschaft, als Belohnung für den Aufstieg, das Vertrauen und holte mit Kai Schoppitsch, Gerald Krajic und Mehmet Sütcü lediglich drei Neuverpflichtungen.
Viele Niederlagen neben wenigen Siegen
Der Start in die Erste Liga war für einen Aufsteiger durchaus in Ordnung. Nachdem man sich in den ersten beiden Spiele auswärts gegen Gratkorn und St. Pölten mit starken Unentschieden als Ligatauglich zeigte, folgte eine 2:0 Niederlage gegen die Admira aus Mödling. Spätestens bei der schmerzhaften 3:1 Heimniederlage gegen den FC Lustenau, wurde man dann am Boden der Realität zurückgeholt.
Zwar meinte Trainer Peter Stöger noch im Sommer, dass die Vienna nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird, doch nachdem man sechs von acht Heimspielen verloren hat, findet man sich im unteren Drittel der Tabelle wieder. Vor allem im Mittelteil und gegen Ende der Herbstsaison gab es viele Niederlagen für die Blau-Gelben.
Paukenschlag für Vienna-Spieler
Zwischendurch konnte man sich im ÖFB-Cup mit Siegen über Seekirchen und den Admira Amateuren für das Achtelfinale qualifizieren, wo man im Frühjahr auf die Kärntner Austria trifft. In der Liga konnte man sich zwar zwischenzeitlich mit Kantersiegen gegen die Amateure der Wiener Austria oder Hartberg rehabilitieren, doch nachdem man in den letzten beiden Spielen des Jahres als Verlierer vom Platz ging, muss man auf einem Relegationsplatz überwintern.
Nachdem sich die meisten Spieler schon im wohlverdienten Winterurlaub befanden, gab es einen Paukenschlag in Wien, Döbling. Völlig überraschend wechselte Generalmanager Peter Schöttel als Trainer zu Bundesligist Magna Wiener Neustadt. Für viele Spieler ging damit nicht nur ein kompetenter Fachmann, sondern und vor allem eine Persönlichkeit, die immer und für jeden Spieler ein offenes Ohr hatte, verloren.
Struktur und Philosophie
Somit endet für die Vienna ein perfektes Jahr mit einem kahlen Beigeschmack. Ob man 2010 eines drauflegen kann bleibt abzuwarten. Oberstes Ziel für den Verein sollte nicht nur der Klassenerhalt sein, sondern eine Struktur und Philosophie zu bilden, die die Vienna Jahr für Jahr weiter nach oben führt, bis man vielleicht sogar um den Aufstieg in die Bundesliga mitspielen kann. Doch bist dahin ist es noch ein harter Weg, der aber ganz und gar nicht unmöglich scheint…
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In der Vergangenheit (die nun für immer verloren ist) gab es eine Zeit, in der ein freier Krieger von Horizont zu Horizont über die Rücken der Büffel laufen konnte. In dieser Zeit spürte ich im Herzen, dass es Veränderungen geben würde.