FC Kärnten stellt Spielbetrieb ein
Die Nachricht über das Ende des FCK überraschte angesichts erdrückender Fakten niemanden mehr sonderlich: Keine Spieler, keine Sponsoren, im Herbst kaum noch Zuschauer, dafür aber ein Gebirge von Gläubigerforderungen in der Gesamthöhe von rund 6 Mio. Euro. Diese führten bekanntlich zu einem Konkursverfahren, Präsident Josef Steindorfer musste die Schlüssel Masseverwalter Kurt Hirn übergeben. Der liquidierte den Verein nicht mit sofortiger Wirkung sondern prüfte seinerseits die Ansprüche des FCK gegenüber Stadt, Land und Austria Kärnten, die Steindorfer noch um Weihnachten mit rund 6,7 Mio. Euro bezifferte. Zu diesem Zeitpunkt hieß es auch, dass die meisten Spieler sowie Trainer Nenad Bjelica dem Verein die Treue halten wollen, mit 20. Jänner wurde sogar ein Trainingsstart fixiert. Von Training war vorgestern wenig zu sehen- der Strohhalm Aktiva riss endgültig, es wird die Summe von einer Million als einbringlich kolportiert. Zuwenig für die Weiterführung des Spielbetriebs- die verbliebenen Spieler können sich nun genauso wie Trainer Bjelica ablösefrei einen neuen Verein suchen, der Coach reiht sich in die Kolonne der Gläubiger ein. Seine Forderung an seinen nunmehrigen Ex-Verein: 160.000 Euro. Die besten Spieler wollten ohnehin nicht mehr warten und verabschiedeten sich außer Alic (Spittal) auffallend weit weg nach Vorarlberg und Ostösterreich
Ein kurzer FCK-Nachruf Was bleibt ist das Ende eines Traditionsvereins- gegründet 1920 als KSK Klagenfurt, erste nationale Erfolge stellten sich mit dem Aufstieg in die Staatsliga ab den 60er-Jahren ein. Glamour gab es dann in den 70ern als Privatsponsoren die Altstars Lothar Emmerich und Franz Hasil an den Wörthersee lotsten und kurzfristig Stargoalie Friedl Koncilia heimholten. Für sportliches Aufsehen sorgte die Austria dann in den 80er Jahren , wo die Truppe rund um Trainerlegende Walter Ludescher den österreichischen Riesen, allen voran der Wiener Austria, gehörig einheizte. Einige dieser goldenen Generation kamen auch zu Teamehren, allerdings trug nur Günther Golautschnig den Teamdress als aktiver Austria Klagenfurt-Kicker. Ewald Türmer & Peter Hrstic wurden erst nach ihrem Wechsel zu den Wiener Großklubs berücksichtigt.
Ab Ende der 80iger verschwand die Austria in der Bedeutungslosigkeit, kickte in der Landesliga und das auch nur mit mäßigem Erfolg. Der Aufstieg in die noch junge Regionalliga Mitte gelang 1996, im darauffolgenden Jahr wurde eine Spielgemeinschaft mit dem VSV gegründet, die 1998 in die 2.Leistungsstufe aufrückte. In den nächsten Saisonen, nunmehr firmierend unter dem Namen FC Kärnten, folgte die Glanzzeit der Vereinsgeschichte- Pogatetz, Hota, Maric & Co. rührten gewaltig um: Aufstieg und Cupsieg 2001, Gewinn des Supercups, Cupfinale 2003. Erstmals ein Kärntner Verein in einem internationalen UEFA-Bewerb. Der FCK für Spieler wie Pogatetz und Papac als Sprungbrett zur internationalen Karriere. Es war ein Feuerwerk, das der FCK abbrannte, es folgte aber gleich einer rauschenden Silvesternacht bald der Neujahrskater und nach dem Abstieg 2003/04 baute der Verein sportlich wie wirtschaftlich kontinuierlich ab. Mit der Gründung des SK Austria Kärnten mehrten sich die Zweifel an der Aufrechterhaltung des Profispielbetriebs und die Skeptiker behielten recht: Unglücklicher Abstieg aus der 2. Spielklasse, ein Rumpfteam mit talentierten Spielern überzeugte zwar in der RLM sportlich, konnte aber das Ende nicht verhindern. Da der FCK die Herbstmeisterschaft absolvierte, werden alle Frühjahrsspiele mit 3:0 gewertet und der FCK automatisch an das Tabellenende weitergereicht.
Text: Jürgen Knopperhttp://www.rlmitte.at