Wien ist noch nicht EURO-reif
Die große Probe der Organisatoren für die EURO 2008 ist nicht geglückt. Wie schon im Spiel gegen Tschechien - wo das Stadion allerdings nicht ausverkauft war - gab es vielerorts Probleme.
Überbucht
Viele Matchbesucher hatten nämlich zwar Karten ausgestellt bekommen, dafür aber keine Sitze. Die auf den Tickets vermerkten Sitzplätze gab es schlicht und einfach gar nicht. "Im Zuge der Umbauarbeiten abmontiert", hieß die peinliche Entschuldigung. Nur der Besonnenheit zahlreicher Betroffenen war es zu verdanken, dass es zu keinen gröberen Streitereien kam.
.Denn diejenigen, die keinen Sitzplatz hatten, wurden auf vorläufig freie Plätze verwiesen. Da jedoch in einem ausverkauften Stadion naturgemäß auch kein Sitz freibleibt, staunten wiederum jene nicht schlecht, als sie ihre Plätze bereits besetzt vorfanden. Die meisten einigten sich auf eine gerechte Teilung - sprich: Eine Halbzeit sitzt der eine, während der andere steht. Und umgekehrt. Das Stadion war "überbucht".
Gänge zu eng
Nächster Schwachpunkt: Die Gänge zwischen den Rängen. Dort kam es in der Pause zu tumultartigen Szenen. Denn Hunderte suchten gleichzeitig die wenigen Toiletteanlagen auf, während Hunderte die Getränkestände stürmten. Zeitweise waren die Mengen dermaßen ineinander verkeilt, dass es überhaupt kein Durchkommen gab.
"Öffis" enttäuschen auf ganzer Linie
Den Ärgernissen nicht genug, waren ganz offensichtlich auch die "Wiener Linien" nicht gut vorbereitet in diese Probe gegangen. Denn nach dem Schlusspfiff kam es sowohl bei den Bussen in Richtung U3 sowie bei den Straßenbahnen in Richtung U1 zu ungewöhnlich langen Wartezeiten. Es waren ganz einfach zu wenig Fahrzeuge bereit gestellt worden.
Bei der U-Bahn angekommen, mussten die Fans schließlich feststellen, dass die Verkehrslinien sich dazu entschlossen hatten, außer ein paar Sonderzügen die üblichen Intervalle aufrecht zu erhalten. Obwohl sich also die Bahnsteige stetig weiter mit Menschen überfüllten, musste man acht Minuten auf den nächsten Zug warten. Wien ist 203 Tage vor dem drittgrößten Sport-Event der Welt noch nicht EURO-reif.
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