www.fussball-forum.at auf Facebook
www.fussball-forum.at auf Facebook

Zurück zu Austria Klagenfurt

Aus St. Stefan wird Austria Klagenfurt

Alles zu Austria Klagenfurt

Aus St. Stefan wird Austria Klagenfurt

Beitragvon gak-wolfi » 01.07.2010 19:58

Bericht von www.rlmitte.at



Vom Lavanttal ins „Klagenfurter Ufo“ gebeamt


<!-- ende us -->
Sportlich war der Aufsteiger St. Stefan fantastisch unterwegs. Sensationeller 4. Abschlussrang, heimstärkster Verein der RLM. Es gäbe genug zu feiern, wenn da nicht die Geschichte mit dem Ex-Obmann wäre, eine Story die zur Wiederauferstehung der Austria Klagenfurt führt.
Aber bleiben wir vorerst bei Ergebnissen, Daten und Tabellen. Nach dem Auftaktsieg gegen Weiz erwartete schon der große Lokalrivale WAC die kleinen Nachbarn- und Sablatnig & Co. ertrotzten sich gleich ein 0:0. Es war das erste Bewerbsspiel der beiden Vereine, bis zur heurigen Saison durfte sich St. Stefan mit dem WAC bestenfalls in der Vorbereitung sparren. Danach setzte sich die Dorner-Truppe schnell in der oberen Tabellenhälfte fest, hamsterte bis zum Winter 24 Punkte.

Auch das Frühjahr begann mit einem Paukenschlag, dem 1:0 in Weiz folgte ersatzgeschwächt ein 1:0-Heimsieg über den WAC, was von beinahe 2.000 Zuschauern frenetisch gefeiert wurde. Vereinsverantwortliche, Spieler und Publikum lagen sich in den Armen, feierten den größten Sieg in der Vereinsgeschichte. Dieser Sieg war aber womöglich zumindest teilweise mit Geld finanziert, das St. Stefan nicht zustand, denn schon wenige Wochen später platzte im Lavanttal eine Bombe. Johann Tiefenbacher, honoriger St. Stefan-Obmann & Raika-Direktor gestand 5 Mio. € veruntreut zu haben und auch wenn bis heute nicht völlig klar ist, wie viel davon wirklich in den Fußballverein floss, war dieser ebenfalls betroffen. Die Vereinskonten wurden gesperrt, die Gehälter und Prämien konnte der Verein nach eigenen Angaben nicht mehr bezahlen, zudem drohte St. Stefan auch noch der Konkurs.
Sportlich ging es weiter, als ob nichts gewesen wäre- es wurden im Frühjahr sogar noch mehr Punkte als im Herbst geholt, in Pasching gelang zudem mit dem 1:0 (25. Rd.) ein echtes Husarenstück, angesichts der äußeren Umstände eine Leistung die gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Aber die Zukunft des Vereins stand in den Sternen, von der Kärntnerliga bis hin zum völligen Neuanfang in der 2. Klasse wurde alles diskutiert- außer dem Verbleib in der Regionalliga, was ausgeschlossen schien.

Nun es kam alles anders, als im Zuge der Wirren rund um die Pleite von Austria Kärnten die „alte“ Klagenfurter Austria wieder auf der Bildfläche erschien. Eine Gruppe rund um den Unternehmer Josef Loibnegger und Urgestein Helmut König sicherte sich schon 2007 den Namen „Austria Klagenfurt“ und gab beim Verband eine Nennung ab. Da sich die Verbindlichkeiten in St. Stefan als nicht so dramatisch herausstellten [?] bot man dem Verein eine Spielgemeinschaft an, auf die man im Lavanttal schnell einging, wohlwissend dass sich damit das Thema höherklassiger Fußball in St. Stefan wohl auf Jahre erledigt hat. Es wird in Zukunft als 1b in der 2.Klasse gekickt. Die „Erste“ spielt dafür im Klagenfurter Stadion, angesichts der hohen Kosten des „Ufos“ überraschend oder auch nicht. Denn der neue Verein macht wirklich Nägel mit Köpfen, hat quasi im Vorbeigehen die 550.000 € Förderung der Stadt ausverhandelt, für die der SKAK Monate, letztlich umsonst, kämpfte. Das erregte wiederum den Unmut anderer Klagenfurter Vereine, die mehr oder weniger nichts bekommen, sich ungerecht behandelt fühlen.

Mit angeblichen 1,2 Mio. € Budget ist diese Spielgemeinschaft kein Armenhäusler der Liga und der Kader wurde auch schon weitgehend fertig gestellt: Matthias Dollinger, Kai Schoppitsch, Heinz Weber, Alex Schenk, Oliver Pusztai, Christian Sablatnig, Helmut König jun., Peter Pucker, Markus Pink, Stefan Bürgler und Markus Wrienz verfügen über Bundesligaerfahrung und dazu kommen noch Kärntner Talente, wie die neue Austria ohnehin nach dem SKAK-Nachwuchs greift. Als Ziel gibt man an „in 2 Jahren aufzusteigen.“ Angesichts dieses Kaders die reinste Tiefstapelei, wenn gesagt werden würde „wir wollen mit mindestens 15 Punkten Vorsprung Meister werden“, wäre das zwar großkotzig aber trotzdem nicht unrealistisch.

Wie viel der alten Austria Klagenfurt steckt in dieser Spielgemeinschaft? Diese Frage, die lokal Fans wie Medien beschäftigt kann niemand eindeutig beantworten und hängt eher von der jeweiligen Perspektive ab. Die Macher dieser Spielgemeinschaft haben eine violette Vergangenheit, allen voran Helmut König sen. & dem Trainer Walter Schoppitsch, beide tragende Säulen der Austria der 80iger-Jahre. Auch geht die SG in Sachen Fanbindung geschickt vor, legt den Fans ein Aboangebot bis zum 100jährigen Jubiläum 2020 vor, sucht aktiv den Kontakt zu den ehemaligen Fanclubs Barracudas und Amigos (FCK). Sie stellen sich wesentlich breiter auf als der 10-Mann-Verein (oder war es überhaupt nur einer?) SK Austria Kärnten. Die Bereitschaft der Fanclubs im Ruhestand, diesen neuen Verein als „ihre Austria“ anzunehmen ist vorhanden, im Kader, wie im Kaderumfeld finden sich viele Klagenfurter Identifikationsangebote. So sitzt der bekannt kritische Kärntner Literat und Fußballfanatiker Egyd Gstättner im Ehrenrat, jemand der einst Woche für Woche nach Waidmannsdorf pilgerte, als die Austria an ihrem Tiefpunkt angelangt in der Kärntnerliga kickte.

Was aber nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass es die ursprüngliche Austria Klagenfurt schon lange nicht mehr gibt und der Verein nur über ein Lavanttaler Ticket überhaupt in der RLM spielberechtigt ist. Dazu die großzügige Förderung der Stadt, diese Umstände lassen die Konkurrenz schäumen, so zum Beispiel den SAK, wo Obmann Marko Wieser unschuldig auf einer Tribünenruine sitzt und seitens der Stadt nicht unterstützt wird. Aber nicht nur aus St. Peter gibt es kritische Stimmen, die vor allem den Fluss öffentlicher Gelder ohne noch irgendetwas geleistet haben kritisieren. So setzt das Land Kärnten auf den WAC als künftigen Fahnenträger des Kärntner Fußballs, hat LH Dörfler dem SG St.Stefan/Austria Klagenfurt- Projekt öffentlich eine Abfuhr erteilt. Weniger als Identifikationsangebot wird auch der Vorsitzende des Aufsichtsrat durchgehen- es handelt sich dabei um Matthias Reichhold, womit der Verein seine eigene Maxime „die Politik draußen zu lassen“ von Anfang an konterkariert, wenngleich beim Aufsichtsrat auch die Stadt ein Mitspracherecht haben soll.

Es wird letztlich an dieser Spielgemeinschaft selbst liegen, ob sie als „neue Austria“ durchgeht oder nicht. Ein Gradmesser wird sein, ob die Klagenfurter Arena mit Leben gefüllt wird, oder zur Geisterstätte verkommt. Neben Hoffnung gibt es eben auch ordentliches Misstrauen- eine Folge der vielen Pleiten des Kärntner Spitzenfußballs.

http://www.rlmitte.at

Rot und weiss ein Leben lang!
VL (GAK)
Benutzeravatar
gak-wolfi
VL (GAK)

 
Beiträge: 2849
Wohnort: Graz
Angebetener Verein: Grazer AK

Re: Aus St. Stefan wird Austria Klagenfurt

Beitragvon gak-wolfi » 01.07.2010 21:42

Ich bin schon sehr gespannt wie die Leute in Klagenfurt bzw. Kärnten dieses Projekt aufnehmen werden.

Und auf das Spiel (Austria Klagenfurt - GAK) in der EM-Arena freue ich mich auch schon rießig. So komm auch ich endlich mal in dieses Stadion

Rot und weiss ein Leben lang!
VL (GAK)
Benutzeravatar
gak-wolfi
VL (GAK)

 
Beiträge: 2849
Wohnort: Graz
Angebetener Verein: Grazer AK

Re: Aus St. Stefan wird Austria Klagenfurt

Beitragvon RoterNÖler » 01.07.2010 22:31

wird sicha a fetzn gaude muass schaun das ichs auch hinschaff =)
!!!ALLEZ ALLEZ ROT WEISS!!!
Freizeitkicker
Benutzeravatar
RoterNÖler
Freizeitkicker

 
Beiträge: 476
Wohnort: Ober-Grafendorf


Zurück zu Austria Klagenfurt

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

| DB-Betreuung durch StyleYourPage.at |