Ich bekenne mich als Patrioten. Wenn alle immer gegen den österreichischen Fußball geschriehen haben, war ich immer derjenige der sich trotzdem irgendwas positives abgerungen hat. Bei jedem Match der Nationalmannschaft habe ich es immer geschafft, mir einzureden, daß heute irgendetwas besser läuft. Meist in Gedanken an bessere Zeiten und immer positiv denkend.
Die Österreichische Mannschaft setzt sich zusammen aus 18 Spielern die alle ihr ganzes Leben damit verbracht haben, Fußball zu spielen. Da sie einige der besten dieses Landes sind, werden sie dafür auch sehr gut bezahlt. Manche haben sogar den Sprung ins Ausland geschaft (und verdienen dort noch mehr). Sie werden jeden Tag von Profis betreut, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
Zusätzlich hat die Nationalmannschaft noch mal so viel Betreuer wie Spieler um jedes Wewechen von einem speziellen Fachmann zu behandeln.
Liechtenstein ist ein kleines Land. Ein Fußballzwerg. Dort spielen einfache Arbeiter und Angestellte, die nach der Arbeit ein paar mal die Woche trainieren. Abgesehen von wenigen ausnahmen spielen dort nur Amatuere.
Österreich ist Veranstalter der Europameisterschaft 2008. Dieses Freundschaftsspiel gegen den Fußballzwerg soll unsere Mannschaft vorbereiten.
So weit so gut.
06.10.06:
Anpfiff Liechtenstein - Österreich
Der Fußballzwerg zeigt dem Europameisterschaftsteilnehmer wie man FUßball spielt. Liechtenstein ist schneller am Ball, schaft es gerade Passes zu spielen, läuferisch und kämpferisch stärker - schnelles Kombinationsspiel dass dem Ösi-Team nicht liegt.
Man hört immer wieder nach Niederlagen gegen größere Gegner, daß das Tempo in der Bundesliga nicht so schnell ist und deshalb ... blabla
Tatsächlich schaffen aber die kleinen Nachbarn, Österreich schwindelig zu spielen. Ein Gegner, desses Kader sich großteils aus Regional-Liga-Spielern rekrutiert.
Hätte man das Spiel in Schwarz-Weiss und ohne Kommentar übertragen, wäre die Feststellung wer hier Amateuer und wer hier Europameisterschaftsteilnehmer ist, wohl nicht zu unseren Gunsten ausgefallen.
Das geht die erste Viertelstunde so. Ok - Anfangsnevosität.
Das geht die zweite Viertelsunde so. Naja - jetzt wirds aber schon Zeit.
Das geht auch den Rest der 1. HZ so. Oje - man ahnt schlimmes.
Die Herren Trainer und Betreuer scheinen dass aber nicht so schlimm zu sehen. Man hampelt zusammen mit den Mental-Gurus und Vodoo-Meistern ein bischen am Spielfeldrand herum und geht gut gelaunt in die 2. HZ.
Immerhin hat man ja gehört, daß den Burschen in der zweiten HZ meist die Luft ausgeht. Vielleicht kann man dann ja noch ein wenig kicken - Das nenne ich doch mal richtige Taktik.
Spätetens zu Pause war ich mir nicht mehr ganz im Klaren, wem ich hier den Sieg gönne.
Doch dankenswerterweise ging es nach der Pause wie gewohnt weiter, und meine Bedenken hinsichtlich des Siegeswunsches konnte ich nun eindeutig formulieren.
Das Gegentor in der 68. Minute vom herrn Frick, wurde von mir bejubelt. Die Genugtuung (schlimmes Wort), daß diese Leistung nicht mit einem Sieg belohnt wird, war großartig.
Aber wir haben ja einen guten Trainer. Einen taktisch denkenden Trainer. Und unsere Taktik - das die Amateure bald müde werden - ging auf. Wir schossen also zwei Tore und freuten uns (oder auch nur der Hicke) über unsere Fortschritte.
Dass die beiden Tore eigentlich zu halten gewesen wären, sei hier nur am Rande vermerkt.
Der Hicke freut sich, daß wir nach dem 0:1 so "toll reagiert" haben. Ich stelle mir hier nur mal die Frage, was wir dann machen, wenn wir mal wiede gegen Profis ranmüssen. Die dann auch 90 min rennen? Oder wenn kein Fliegenfänger im Tor steht.
Was ist dann Herr Hicke? Sie sind böse, weil der Reporter nach den Faröern fragt. Sie sind es Leid davon zu reden?
Hätte der Jehle einen besseren Tag gehabt, hätten sie auch nicht mehr von den Faröern reden müssen. Dann hätten wir nämlich ein Liechtenstein-Debakel zu besprechen. Kurz vor der Europameisterschaft verliert der Veranstalter gegen die vermeintlich schwächste Mannschaft Europas. und Tschüss.
Na klar wir spielen doch mit so vielen Jungen Leuten. - Tun wir das nicht schon seit 2 - 3 Jahren? Ist diese Ausrede nicht langsam ausgelutscht.
Wo ist der Wille zum Sieg. Wo ist der Kampf. Warum brauchen wir einen Spiezialisten, der unsere Spieler vor einem Spiel gegen LIECHTENSTEIN extra motiviert und warum spielen wir dann wie eine Hobbymannschaft.
Liechtenstein hat mir wirklich begeistert. Schnelles und laufstarkes Spiel. Dribblings etc.
Kein gerader Pass und null Kampfgeist bei uns!
Meine Damen. Meine Herren.
Willkommen in der Zwergenliga
