laola1.at"Gegen starke Gegner spielen wir besser"
Teamchef Brückner vertraut gegen Serbien wieder defensiverem System
Wien – Von einem Schicksalsspiel will man im ÖFB-Lager nichts wissen.
Dass dem Match gegen Serbien am Mittwoch jedoch entscheidende Bedeutung für die weiteren Chancen auf die Qualifikation für die WM in Südafrika zukommt, liegt jedoch auf der Hand.
Entscheidend wird sein, wie stark die beiden Auswärtsspiele in Litauen und auf Färöer am Selbstvertrauen der Elf von Teamchef Karel Brückner gekratzt haben, und ob die Fans ihren Lieblingen diese beiden Auftritte verziehen haben.
Denn zuvor präsentierte sich das Nationalteam mit der Unterstützung von den Rängen im Rücken im Jahr 2008 bei Heimspielen meist von seiner besseren Seite.
LAOLA1 hat sich die wichtigsten fünf Faktoren, auf die es in diesem Schlüsselspiel ankommen wird, näher angesehen:
TAKTIK UND AUFSTELLUNG:
Brückner betont, dass das Match gegen Serbien einen ganz anderen Charakter haben werde als das „atypische“ Spiel auf den Färöer. Diesmal hätten System, taktische Ordnung, Gegner und Aufstellung wieder mehr Bedeutung. Es wäre alles andere als überraschend, wenn der Tscheche auf sein gewohntes 4-2-3-1-System zurückgreifen würde, denn: „Eine gute Abwehr steht im Vordergrund. Abwehr und Konter, das sind unsere Stärken.“ Der in Torshavn gesperrte Rene Aufhauser dürfte sich zu Paul Scharner ins defensive Mittelfeld gesellen. Spannend wird, wer den verletzten Martin Harnik rechts im Mittelfeld ersetzen wird. Favorit ist Andreas Hölzl, auch Joachim Standfest und Erwin Hoffer gelten als Kandidaten. „Ich hoffe, dass wir dieses Problem lösen können“, so Brückners Assistent Jan Kocian.
GEGNER SERBIEN:
„Serbien ist ein starker Gegner“, meint Brückner. Der 68-Jährige verfällt damit jedoch nicht ins ur-österreichische Starkreden eines Kontrahenten, sondern bezieht daraus seinen Optimismus für die Partie: „Gegen starke Gegner spielen wir besser.“ Mit ihrer Stärke bei Standards würden die Serben über die gleiche Spezialität wie das ÖFB-Team verfügen. „Man kennt die Balkan-Schule“, meint Kocian, „das sind Europas Brasilianer, die auch noch kämpfen können.“ Brückner erwartet die Serben mit einem 4-1-4-1-System, mit dem „sehr starken und schnellen“ Marko Pantelic als Solo-Spitze. Zudem warnt er vor dem rechten Mittelfeldspieler Milos Krasic. „Sicher sind die Serben stark, aber wenn wir unser Potenzial abrufen können, sind wir mit ihnen auf Augenhöhe“, glaubt Abwehrchef Martin Stranzl.
WIEDERGUTMACHUNG:
„Wir stehen in der Pflicht“, gibt Kocian zu Protokoll, „nach dem Färöer-Spiel müssen wir uns von unserer besseren Seite zeigen.“ Doch nicht nur der Ausrutscher vom Samstag sorgt für Druck. Wenn die Ausgangslage in der WM-Qualifikation nicht aussichtslos sein soll, müssen drei Punkte her. „Aber unter diesem Druck stünden wir auch, wenn wir auf Färöer gewonnen hätten. Die drei Punkte müssen wir jetzt nachlegen, um im Rennen zu bleiben“, betont Andreas Ivanschitz, der am Matchtag seinen 25. Geburtstag feiert. Der Kapitän bestätigt, dass sich die Mannschaft zusammengesetzt habe, um die Partie gegen die Färinger aufzuarbeiten. Ansonsten schiebt man den Umfaller im rot-weiß-roten Lager beiseite. „Jetzt heißt es Mund abputzen und sich voll auf Serbien zu konzentrieren.“ Brückner wiederum kostet die Frage, ob er Druck verspüre nur ein müdes Lächeln: „Ich stehe seit 35 Jahren unter Druck! Mit oder ohne Druck ist mir egal.“
CHANCENVERWERTUNG:
Mit einer ähnlichen Chancenverwertung wie zuletzt gegen Litauen und die Färöer wird es auch gegen Serbien wenig zu erben geben. Also wird, wie gegen Frankreich perfekt vorexerziert, mehr Coolness vor dem gegnerischen Gehäuse gefragt sein. „Im heutigen Fußball ist das erste Tor das Wichtigste“, doziert Brückner. Seinen Schützlingen ist bewusst, dass sie diesmal nicht so verschwenderisch mit ihren Möglichkeiten umgehen dürfen. Stranzl: „In dieser Partie werden wir nicht so viele Chancen wie zuletzt vorfinden, also müssen wir sie eiskalt verwerten.“
PUBLIKUM:
Man darf auf die Reaktion des Publikum im ausverkauften Happel-Stadion gespannt sein. Reicht der Vertrauenskredit der Fans, um die Blamage auf den Färöer zu verzeihen und das Nationalteam wie zuletzt von der ersten Minute an zu unterstützen? Oder befindet sich auch dieser Kredit in der Krise? Die ÖFB-Spieler werden nicht müde zu betonen, wie sehr sie sich nach den Erlebnissen in den Heim-Spielen 2008 auf die Stimmung freuen. Sie versprechen, alles dafür zu tun, damit der Funke überspringt. Ivanschitz: „Wir wollen von Beginn an ein Zeichen setzen und aggressiv auftreten, damit wir den 12. Mann hinter uns bringen.“ Bei schlechter Leistung droht eine entsprechende Reaktion von den Rängen. Die WM-Qualifikation will Ivanschitz aber selbst im Worst Case nicht aufgeben: „Das tun wir, selbst wenn es schief geht, auf keinen Fall. Solange es rechnerisch möglich ist, werden wir sicher nicht alles hinschmeißen.“
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