von 1933Austrianer » 28.09.2006 15:57
Der österreichische Fußball-Teamchef Josef Hickersberger setzt trotz der jüngsten Rückschläge auch in den freundschaftlichen Länderspielen gegen Liechtenstein (6. Oktober in Vaduz) und gegen die Schweiz (11. Oktober in Innsbruck) auf die Jugend. So holte der Niederösterreicher unter anderem das erst 17-jährige Rapid-Talent Veli Kavlak in den Kader. Außerdem dürfen auch dessen Klubkollege Gernot Plassnegger sowie Wacker-Verteidiger Hannes Eder auf ihr Teamdebüt hoffen.
Hickersberger schenkt nach wie vor jener Truppe das Vertrauen, die in den fünf Länderspielen dieses Jahres ein Remis und vier Niederlagen einfuhr. Parallel dazu sollen Nachwuchs-Hoffnungen wie Kavlak ans A-Team herangeführt werden. "Er hat bei Rapid in vielen Spielen sein Talent aufblitzen lassen. Das ist eine Nominierung mit der Perspektive EURO 2008."
Gerüchte über eine mögliche Abwerbung Kavlaks durch die Türkei wollte "Hicke" nicht direkt kommentieren. "Ich möchte ihm das Gefühl geben, dass er im österreichischen Nationalteam am besten aufgehoben ist", sagte der Teamchef über den Mittelfeldspieler, den er in seiner Zeit bei Rapid zum Debüt in der Kampfmannschaft der Hütteldorfer verholfen hatte.
Der zweite Neuling Eder rutschte unter anderem auf Grund der zuletzt durchwachsenen Leistung des GAK-Innenverteidigers Mario Sonnleitner ins Aufgebot, Gernot Plassnegger (Hickersberger: "Er bringt viel Dynamik") profitierte auch von der scharfen Kritik des nicht mehr berücksichtigten Emanuel Pogatetz an Teamchef und ÖFB.
Nach längerer Abwesenheit wieder dabei sind Christian Fuchs (Mattersburg), der wiedergenesene Marc Janko (Salzburg), Markus Kiesenebner (Austria) und Markus Weissenberger (Eintracht Frankfurt). "Kiesenebner spielt wieder bei der Austria. Auch wenn er noch nicht seine Bestform erreicht hat, kann er dennoch mit Distanzschüssen für Gefahr sorgen." Für Weissenberger spricht laut Hickersberger neben dessen guter körperlicher Verfassung auch die Routine.
Der Vorarlberger wäre bei der EURO 33 Jahre alt und könnte dem Team damit nach der Vorstellung von Hickersberger 2008 möglicherweise noch wertvolle Impulse geben - was für die "alte Garde" wie Didi Kühbauer, Ivica Vastic, Toni Ehmann oder Christian Mayrleb nicht mehr zutrifft. "Ich werde nicht auf halbem Weg umkehren. Kühbauer oder Vastic könnten das Team im Moment stabilisieren, würden aber bei der EURO keine Rolle spielen", sagte der Nationaltrainer über den 35-jährigen Mattersburger und den 37-jährigen LASK-Spieler. "Das wäre ein Zick-Zack-Kurs, der mit mir nicht zu machen ist."
Für den zu Red Bull New York gewechselten Markus Schopp, der bei der Heim-EM 34 wäre, steht die Tür hingegen noch offen. Auch der zuletzt beim Serie-A-Klub in guter Form agierende Alexander Manninger darf sich Hoffnungen auf eine Einberufung machen.
Vorläufig keine Chance auf eine Rückkehr hat erwartungsgemäß Pogatetz, der mit heftiger Kritik am Teamchef hatte aufhorchen lassen. "Jeder, der länger im Fußball dabei ist, weiß, dass so etwas eine einzigartige Entgleisung war. Was in ferner Zukunft passiert, weiß ich nicht, aber im Moment ist von meiner Seite her keine Vertrauensbasis gegeben, da bin ich zu sehr Mensch", erklärte Hickersberger.
Verhaltenskodex kommt
Der frühere Rapid-Meistermacher betonte zwar, ihm seien Rückmeldungen von den Spielern sehr wichtig, "aber ich brauche kein Feedback über eine Nachrichtenagentur." Als Konsequenz wurde bereits ein Verhaltenskodex erstellt, der unter anderem verbietet, dass sich Spieler in der Öffentlichkeit negativ über andere ÖFB-Teammitglieder äußern.
Dennoch hält "Hicke" eine ähnliche Wortmeldung wie jene von Pogatetz auch künftig für möglich. "Vor den Pogatetz-Aussagen hätte ich das ausgeschlossen, jetzt bin ich etwas vorsichtiger." Trotz der jüngsten Vorkommnisse werde sich der ÖFB aber weiterhin bemühen, die EURO-Sperre des Middlesbrough-Verteidigers von zwei Partien auf ein Spiel zu senken.
Wenn vielleicht auch, wie vom ÖFB betont, kein Zusammenhang mit der Pogatetz-Kritik besteht - einige der Forderungen des Abwehrspielers sind bereits erfüllt worden. So wurde in der vergangenen Woche der renommierte Sportwissenschaftler Roger Spry als "Conditioning Coach" präsentiert. Der Engländer ist beim am 2. Oktober beginnenden Teamcamp in Tschagguns ebenso dabei wie Günter Amesberger (arbeitete u.a. mit den Tornado-Doppelolympiasiegern Hagara/Steinacher) und Wolfgang Hartweger (Austria), die bis zur EURO als Mentaltrainer zum Einsatz kommen.
"Sie sollen in Einzelgesprächen herausfinden, wie die Spieler über die Mannschaft und sich selbst denken. Das ist gerade in Zeiten wie diesen notwendig, wo der eine oder andere den Teamgeist beiseite lässt", meinte Hickersberger. Als "Teamchef-Spione" werden Amesberger und Hartweger aber nicht eingesetzt, versprach der Amstettener.
"Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass die Mentaltrainer die Ergebnisse ihrer Gespräche streng vertraulich behandeln", sagte "Hicke". Er werde davon zwar ein Feedback bekommen, es jedoch ebenso diskret analysieren und die Erkenntnisse daraus in die Vorbereitung auf die Liechtenstein-Partie einfließen lassen.
Gegen Liechtenstein "zählt nur ein Sieg"
Gegen die Truppe aus dem Fürstentum zählt für den 58-Jährigen nur ein Sieg. "Liechtenstein ist ein Spiel, das wir gewinnen müssen, aber es ist auch ein Spiel, bei dem wir wenig gewinnen können." Hickersberger wies auf die Erfahrung der Liechtensteiner hin (sechs Spieler mit über 50 Länderspiel-Einsätzen - aktueller ÖFB-"Rekordspieler" ist Martin Hiden mit 35 Partien). "Das ist Faktum, aber dennoch werden wir gegen Liechtenstein gewinnen", kündigte "Hicke" an.
AUSTRIA Salzburg, das ist UNSER Name!!!!
und Violett und Weiß sind UNSERE Farben!!!!